Das Tuch Aus einem einfachen Rechteck aus Stoff hat sich die gesamte Mode
entwickelt und sich in der Vielfalt verloren. Nur noch die kunstvoll geschwungenen
Gewänder orientalischer und fernöstlicher Kultur erinnern an ihren Ursprung.
Bei uns darf das Tuch nur noch als Schal Hals und Schulter verkleiden, nicht den
Körper bekleiden. Die Stuttgarter Designerin Sabine Mescher reizt es, das im
Ursprünglichen Verborgene auf- und wiederzuentdecken. Aus der einfachen Form
die spielerische Vielfalt der Kleidung zu entfalten. In der Strenge des Gedankens die
Poesie der Mode sinnlich erlebbar zu machen.

Das Prinzip
Aus dem Tuch entwickelt Sabine Mescher ihr Thema mit Variationen.
Wandelbare Kleidungsstücke, die sich zugleich als Schal, Weste, Jacke oder
Rock anziehen lassen. Die sich nicht aufdrängen, nicht Stil und Bekleidungsrepertoire
der Trägerin verdrängen wollen. Sondern sie ergänzen, bekleiden und begleiten.
Modeaccessoires, die die bestehende Garderobe neu akzentuieren, sie zum
Wandel auffordern. Auch darin zeigt sich das Prinzip der Wandelbarkeit.

Die Gestalterin
Im Grunde wird das Tuch nicht geschneidert, sondern gestaltet.
Darin liegt der gestalterische Reiz und die kreative Herausforderung für die ehemalige
Grafikdesignerin. Sie erkennt das grafische Moment im Tuch, wie sich in
formaler Strenge eine fließende Modesprache auftut. Der Blick von außen, von der
Grafik auf die Mode, ermöglicht erst diese überraschend unkonventionellen Kreationen.

Der Körper
Sabine Mescher verwendet ausschließlich natürliche, hochwertige
Materialien – handgefertigtes Wolltransparent, reine Seide, Cashmere, hochwertiges
Leinen oder Baumwollbatist. Ausgesuchte Stoffe, die mit dem Körper zu
atmen scheinen. Die den eigenen Körper spüren lassen. Erst am Körper nehmen die
Entwürfe ihre Gestalt an. Die der sie tragenden Frau.